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Der Wacholder, eine kleine Beere mit ­grosser Wirkung

Wacholder wärmt den Körper, wirkt stark wassertreibend und fördert die ­Verdauung. Er trägt ständig Früchte, die jedoch erst nach drei Jahren reif sind.

Drei Jahre brauchen die Früchte des Wacholders bis zu ihrer Reife. Im ersten Jahr entstehen die Blüten, im zweiten wachsen kleine, grüne Beeren, die im darauffolgenden Jahr reifen. Sie schmecken angenehm herb mit süsser Note und einem harzigen, leicht bitteren Nachgeschmack. Bei den Bauern wurde das Wacholderholz lange Zeit vor der Rückkehr des Viehs als Mittel zur Ausräucherung und Desinfektion der Ställe genutzt. Überdies verdankt das Appenzeller Mostbröckli sein besonderes Aroma dem Rauch des Wacholderholzes. Und aus Wacholderbeeren wird Gin hergestellt.

Die Beeren enthalten Tannine, Zucker, Bitterstoffe und terpenhaltige ätherische Öle. Sie haben eine antiseptische und blutreinigende Wirkung und eignen sich auch zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden. Sie fördern die Harnausscheidung bei Wasserretention und Ödemen. Wacholdertee stärkt Magen und Darm. Die harntreibende Wirkung beruht hauptsächlich auf einer Stimulierung der Nieren durch die ätherischen Öle, weshalb Menschen mit Niereninsuffizienz darauf verzichten oder die nebenwirkungsfreie spagyrische Essenz verwenden sollten. Letztere hat den Vorteil, dass sie den ­Stoffwechsel anregt und entzündungshemmend wirkt. Sie hilft bei chronischen Muskel- und Gelenkerkran­kungen mit Neigung zu Gicht. Das ätherische Öl wird wegen seiner abschwellenden Wirkung gegen Gelenkschmerzen und bei Hautproblemen eingesetzt. Bei bettlägerigen Patienten wirkt Wacholdergeist als Einreibemittel wohltuend und lindernd bei müden, überanstrengten oder schmerzenden Gliedern bei Rheuma oder Gicht.

Auch in der Küche werden die Beeren zur Zubereitung von Marinaden und Brühen verwendet und um Sauerkraut und viele andere Gerichte zu aromatisieren. Beachten Sie, dass Wacholderbeeren während der Schwangerschaft vermieden werden sollten. Eine länger dauernde Einnahme (mehr als sechs aufeinander folgende Wochen) oder eine Überdosierung (mehr als 10 g pro Tag) können zu Schwierigkeiten beim Wasserlassen und zu Nierenschmerzen führen.